Sechzig Schritte, sechzig Schritte, Stunde um Stunde
Und Tag um Tag
Ein Gefangener, der sich ständig befreit und flüchtet,
und doch immer da ist.
Du schaffst es ungefähr eine Länge eines Steinwurfes zu laufen.
Du schaffst es ein grosses Glas Milch zu trinken
Und dazwischen zu atmen
Du schaffst es eine halbe Seite zu lesen und vielleicht deinen Namen
Darunter zu schreiben
In einer Minute
Ein Schuss kann gefeuert werden, sein Ziel erreichen und töten
Eine Grube kann zusammenstürzen und zwei Autos
Können zusammenstossen
In einer Minute
Ohne seine Frische zu verlieren
Eine Minute kann dein Herz zum stocken bringen
Oder entleeren
Die Formel, welche die Welt zerstört, kann geschrieben werden
In einer Minute
Frei übersetzt, Original auf Schwedisch von Artur Lundkvist
Als ich vor einem halben Jahr (ich kann nicht fassen, dass es schon ein halbes Jahr her ist) noch als Kassiererin arbeitete, spielte sich folgende Szene ab: Ein kleiner Junge bezahlte in grösster Eile sein Eis ohne ein Wort zu sagen. Kaum hatte er sein Rückgeld erhalten schnappte er sich seinen Einkauf und rannte im Höchsttempo davon. Eine ältere Dame stand hinter dem Jungen und schaute ihm nach. Danach wandte sie ihren Blick zu mir und meinte: „Er ist noch jung, hat noch viel vor. Deshalb hat er es so eilig.“ Ich lächelte, nickte und dachte: „Ich auch.“
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