"Wenn man den Kopf einmal ganz frei von allem machen könnte, für einen Moment nur, alle Schubladen der Erinnerung fest zugeschoben (...), abgeschottet von allen Eindrücken: ein leeres Gefäss sein." Aus "Wach" von Albrecht Selge
Dienstag, 2. Oktober 2012
langsam und klein
Es sind die kleinen Unterschiede in unserer komplexen Welt, die mich interessieren. Es sind auch die kleinen Unterschiede, die wir oft übersehen, die wir nicht berücksichtigen und für die wir kein Verständnis haben. Das finde ich schade. Denn es sind doch eben diese kleinen Unterschiede, die unsere persönlichen Leben ausmachen. Jeder Mensch alleine ist eine kleine Kultur für sich. Jeder hat seine eigenen Traditionen und Gewohnheiten. Wie soll ich die Werte und Weltvorstellungen eines Urstammes in Papua-Neuguinea verstehen, wenn ich den kulturellen Unterschied zwischen mir und dem älteren Ehepaar von der anderen Strassenseiten nicht verstehe? Wo soll ich die Energie herhohlen, nach Chile oder Indien zu reisen, wenn ich mein eigenes Umfeld noch nicht greifen kann? Warum, und das ist die zentrale Frage, die ich mir stelle, muss immer alles so schnell gehen? Warum konzentriert sich unser gesamtes Denken immer nur auf die Adjektive schnell und gross? Was ist, wenn ich einfach mal langsam und klein sein will? So sehr ich auch möchte, es scheint mir unmöglich die "grosse" Welt da draussen zu begreifen, wenn ich die "kleine" Welt in mir drin noch nicht verstehe.
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